SUPERHEAVY
Superheavy
Polydor / Universal

Schon das Konzept "Supergruppe" erinnert an sehr vergangene Zeiten. Indischer Filmkomponist, Reggae-Sprößling, weiße Soulröhre, Ringo-Starr-Lookalike und Knittergesicht - das soll eine wilde Mischung sein? Klingt doch nur wie ein Mixtape aller Beteiligten. Idealerweise so, wie bei "Beautiful People", als entspannter Raffaelo-Reggae, bei dem Mick Jagger mit Joss Stone die Strophe übernimmt und Damian Marley den Refrain beisteuert. Auch nicht schlecht: "One Day One Night", das mit einem Tom Waits-artigen Pizzicato-Riff anfängt, dann kräht Jagger wie ein Gossen-Gigolo los, schöne Regennachtstimmung, dazu später dramatische indische Streicher, aber dann muss doch noch losgerockt und -geröhrt werden, schade. Ein Fehler, den man auf dem Stone-Jagger-Duett "I Don't Mind" zum Glück nicht wiederholt, eine charmante Ballade. Aber insgesamt wirkt die Musik wie das Ergebnis von zu viel Müßiggang. Musik für die Ferienvillen alternder Rock-Playboys, wo die weißen Vorhänge wehen und die Hausbar ab 11 Uhr morgens geöffnet hat.
Karl Koch