RIVAL SONS
Pressure & Time
Soulfood / Earache

Was für ein Anachronismus! Hier kommen vier junge Musiker aus Huntington Beach, L.A. mit einem Sound um die Ecke, der an Led Zeppelin, Free, CCR, Cream, The Who oder an die Small Faces erinnert. "Classic Rock" also in reinster Form - mit Inbrunst, Verve und einer Authentizität gespielt, daß man sich angesichts des im Mittzwanziger-Bereich liegenden Altersschnitts der Bandmitglieder schon verwundert die Augen reiben muß. Kompakte Songs wie "Gypsy Heart" oder "Young Love" strotzen vor dreckig groovendem Bluesrock, so dass man sich in der Blütezeit des Genres Anfang der 70er wähnt. Das treibend stampfende "Save Me" geht glatt als eine aus dem Mississippi-Delta stammende "Black-Betty"-Version durch, während zwei Balladen mit gehörigem Hammondorgel-Anteil die soulige Seite der Rival Sons zur Schau stellen. Mit einer halben Stunde ist die Spieldauer von "Pressure & Time" zwar knapp geraten; die Qualität des Materials überzeugt jedoch auf ganzer Linie.
Frank Möller