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PJ HARVEY
Let England Shake Island Records / Universal
| Verstören und verwirren konnte Polly Harvey schon immer, und von einem Album zum nächsten die musikalische Richtung wechseln auch. Insofern bietet "Let England Shake" - aufgenommen in einer Kirche (was man am speziellen Raumklang auch hört) mit langjährigen Weggefährten wie Flood, John Parish und Mick Harvey - keine wirkliche Überraschung. Allerdings muss man sich erst daran gewöhnen, dass PJ stellenweise sehr hoch oder naiv mädchenhaft singt und statt Gitarre meistens Autoharp, eine Art Zither, spielt. Und die seltsam aus Zeit und Raum gefallene Musik mit ihren Folk-, Sixties-, Indierock- und Patti-Smith-Referenzen, ihren atmosphärischen Samples, Spieldosen-Melodien und hypnotischen Chorgesängen braucht ebenfalls Gewöhnungszeit. Die eigentliche Überraschung ihres 8. Albums sind jedoch die kämpferischen, wütenden Texte. Ihr Protest gipfelt in einem Gospel-Folksong über die Schlacht um Gallipoli 1915, bei der zehntausende britische, australische und neuseeländische Soldaten sinnlos in den Tod geschickt wurden. Volkard Steinbach
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