PANIC! AT THE DISCO
Vices & Virtues
Atlantic / Warner

Eigentlich wollen Panic! At The Disco mit diesem Album Muse nur zeigen, dass sie nicht die einzigen Anwärter auf das Vermächtnis von Queen sind. Denn Opulenz und Pathos regieren hier, dass es eine Pracht ist. Geschickt manövrieren sie sich zwischen Bruchstücken von Emo-Rock und Tim Burton-Soundtrack, und wagen sich bis an den Rand von Mikas Albernheiten. Wobei dieser wohl niemals in einem fröhlichen Piraten-Shanty "Let's Kill Tonight" fordern täte. Auch an den Indie-Dancefloor wird mit "Hurricane" gedacht, und alles wäre fein, würden die Power-Refrains nicht manchmal allzu forciert in die Stücke gepresst. Nur bei "Always" wagt man die traute Atmosphäre eines unter der Bettdecke geraunten Mädchengeflüsters durchzuhalten, bevor mit dem großen Feuerwerk von "Nearly Witches" das Album stilgerecht beendet wird.
Klaus Reinhard