NOAH AND THE WHALE
Last Night On Earth
Cooperative Music / Universal

Als Charlie Fink und seine Band ihr erstes Album "Peaceful The Worls Lays Me Down" veröffentlichten, zählten die Londoner noch zur neuen Folkszene um Mumford & Sons und Laura Marling. Doch schon mit dem opulent orchestrierten Pop des Nachfolgers "The First Days Of Spring" gingen Noah And The Whale auf Abstand zu den Kollegen. Und der wird jetzt mit Album Nr. 3 noch größer. Denn die Band verpackt ihre von Lou Reeds "Berlin" und Tom Waits' "Bone Machine" inspirierten Geschichten aus dem alltäglichen Leben, Lieben und Sterben in hymnischen, mit Folk, Electro und Dance kokettierenden Pop. Dessen Melodien steigen, schon in kleinen Dosen genossen, schmeichelnd zu Kopf. Bevor jedoch alles zu leicht oder gar belanglos wird, ziehen Noah And The Whale die Reißleine und Charlie Fink verwandelt sich in Titeln wie "Wild Thing" und "The Line" in einen Balladencrooner á la Adam Green. Zum Schluss lässt er sich sogar auf Gospel ein. Allerdings wird er hier vom legendären Chor The Waters Sisters, der auch mit Michael Jackson gearbeitet hat, begleitet. Was soll da schon schief gehen?
Volkard Steinbach