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F.R.
Ganz Normaler Wahnsinn Deag / Sony
| Kaum zu fassen, dass dies schon das 5. Album des 21jährigen Neuberliners F.R. ist. Und "Ganz Normaler Wahnsinn" wäre sicher dieses Jahr das deutsche Rap-Album mit dem größten Pop-Appeal, wenn nicht Casper da schon eine große Markierung hingesetzt hätte. Doch auf große Vergleiche muss sich F.R. nicht einlassen. Denn wo Casper einen recht einheitlichen Emo-Rap präsentiert, geht es musikalisch bei F.R. variantenreicher zur Sache, wo Casper mit seinen Texten im Allgemeinen bleibt, ist F.R. Realist. Etwa wenn er über die Probleme der Berufswahl ,Selbständiger Rapper' in "Irgendwas Mit Medien" spricht, oder eine Anleitung zum Facebook-Umgang in "Gefällt Mir" liefert, letzteres über schön zerklüfteten Retro-Future-Beats. Das ist intelligent und stilsicher, hat aber nur eine begrenzte Halbwertzeit und man meint manchmal, einen gerappten Zeitungskommentar zu hören. Auch auf die Ausflüge in pathetische Gefilde könnte man sehr gerne verzichten. Persönliches Highlight: "So Soll's Sein", ein über entspannten Nightmares On Wax-Beats gerapptes Resumee übers Älterwerden! Mit so schönen Zeilen wie "Bekanntenkreis wächst/Freundeskreis schrumpft." Mit 25 kommt dann wohl das Quarterlife-Crisis-Album... Karl Koch
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