KATE BUSH
Director's Cut
Fish People / Emi

Wenn man zur Gattung der 80er-Pop-Großmogule gehört, kann es man sich wohl leisten, eine Überarbeitung alter Songs als Neuigkeit zu präsentieren. Und was Kate Bush auf ihren alten Alben "Sensual World" (1989) und "Red Shoes" (1993) hörte, gefiel ihr offenbar gar nicht mehr. Nicht gut gealtert, diese muffigen Synthiesounds von damals. Also hat sie ihre liebsten Klamotten von damals neu geschneidert. Sie sollen Richtung Zeitlosigkeit veredelt werden, so viele Naturinstrumente gab's noch nie bei Kate Bush. Bei einem Song wie "Moments Of Pleasure" passiert dann folgendes: Aus der hohen Stimmlage wird in die Mitte gewechselt, statt strahlendem Orchester nur noch Klavier und Chor. So wird aus einer frischen, strahlenden Erinnerung eine melancholische Rückschau. Kann man machen. Würde aber mehr überzeugen, wenn die ausgewählten Stücke zum Pflichtprogramm ihres Backkatalogs gehören würden. Dazu zählen oben genannte Alben definitiv nicht. Vielleicht ist ihr das auch gar nicht so wichtig, wie die Tatsache, dass nach 20 Jahren Wartezeit endlich eine Textstelle aus James Joyces "Ulysses" verwendet werden darf...
Klaus Reinhard