BLACKMAIL
Anima Now!
45 Records / Soulfood

Bassisten kann man wechseln, ohne dass jemand was merkt. Keyboarder und Schlagzeuger sicher auch, Gitarristen vielleicht, aber der Sänger? Das bedeutet nicht gerade einen Karriereschub. Über zwei Jahre nach der Trennung von Aydo Abay wagen Blackmail jetzt die Präsentation des Nachfolgers. Und was soll man sagen? Gut hat es der Band getan. Denn Matthias Reetz, früher bei Junias, hat ein präsentes, einnehmendes Organ, klingt manchmal nach Green Days Billie Joe Armstrong und noch viel öfter nach Brian Molko. Und apropos Placebo: Das Pathos regiert auch bei Blackmail, aber mit hymnischen Melodien. Eine druckvolle Scheibe ist das geworden, mächtiger und bombastischer Post-Grunge, seltsam aus der Zeit gefallen, aber von Songs und Sound her souverän und rund. So frisch klangen Blackmail seit ewig nicht mehr. Manchmal sind Trennungen doch das Beste.
Klaus Reinhard