LOU RHODES
One Good Thing
Ninja Tune / Rough Trade

Die ex-Sängerin von Lamb, Manchesters bittersüßem Beitrag zum Trip Hop-Boom der 90er, hat sich mit ihren Soloalben erfolgreich von den Beats'n'Electronics-Obsessionen ihres ehemaligen Kreativpartners Andy Barlow befreit. Statt Lamb'scher Fusionen von Drum'n' Bass, Jazz, Ambient und Pop, frönt Lou Rhodes als Singer/Songwriterin mit Akustikgitarre ihrer Passion für klassische Songs. Inspiriert von Nick Drakes "Five Leaves Left" und Nicos "Chelsea Girl" lässt sie sich jetzt zwar ab und an dezent von Streichern begleiten und Andy Barlow darf auch wieder ein wenig am Sound rumschrauben, aber im Vordergrund stehen allein ihre Gitarre und ihre faszinierend lautmalerisch intonierende Stimme. Schonungslos für sich selbst und ihre Zuhörer verarbeitet die zarte Sängerin auf "One Good Thing" den Tod ihrer Schwester Janey, ohne indes in Depression zu enden. Vielmehr geht es nicht nur im Titelstück und im Albumausklang "Why Wait For Heaven" um die alte Erkenntnis, dass man die kleinen Dinge im Leben genießen sollte. Wer wollte Lou Rhodes und ihrer die Sinne streichelnden Musik widersprechen?
Volkard Steinbach