REEF THE LOST CAUZE
Fight Music
Enemy Soil / Groove Attack

Soviel vorweg: Die Scheibe heißt "Fight Music" - und der Titel hält, was er verspricht. Das neue Album von Reef The Lost Cauze ist böse, düster und kompromisslos, nach Humor und Leichtigkeit sucht man vergebens, die Beats des Produzenten-Duos Guns-n-Butter tun ihr übriges. Aber so ist das nun mal in Philadelphia, der Heimatstadt von Reef. Spätestens seit dem durchschlagenden Erfolg der Underground-Helden Jedi Mind Tricks steht die Stadt für harte Rap-Bretter, bedrohliche Beats und eine über allem liegende apokalyptische Stimmung. Und genauso kommt auch "Fight Music" daher - auf dem Cover sieht man den grimmigen Reef mit Boxhandschuhen, entschlossen, den Gegner zu Boden zu kloppen. Er ist angetreten, seinen Titel zu verteidigen. Über 12 Runden geht der Kampf, und in jedem der 12 Tracks gibt's ordentlich auf die Fresse. Gleich im Intro macht Reef klar, dass er keinen "Hipster-Rap" macht. Das hier ist ruff, rugged and raw, mit jedem Takt und mit jeder Zeile. Rap für die Straße. "I aint no J Dilla, but I come from a Slum Village", sagt er bei "Get Me Outta Here", und spätestens hier beweist er, dass es sich auch lohnt, ihm zuzuhören. Klar, man muss Lust haben auf die grimmige, böse Grundhaltung, aber wenn man sich erst einmal drauf eingelassen hat, gibt es einiges zu entdecken. Und mit Kool G Rap, RA The Rugged Man und Vinnie Paz sind auch ein paar nette Features dabei. Gut, "Fight Music" ist vielleicht keine Offenbarung, aber solides Futter aus dem Jedi Mind-Stall ist das allemal.
Johannes Wallat