HOT CHIP
One Life Stand
Emi

Hot Chip haben die nerdigen, neonfarbenen Plastiksonnenbrillen in die Tonne geschmissen. Knapp 10 Jahre nach der Gründung legen sie ihr viertes und bislang schlechtestes Album vor. Es könnte allerdings auch ihr erfolgreichstes werden. Denn Hot Chip haben Soundfrickeleien, Beatstolpereien und alle weiteren Zugangserschwernisse hinter sich gelassen. Auf "One Life Stand" überwiegt sorgenfreier Feierabend-Elektropop. Die vertrackten Dancefloornummern, für die die Herren ja mal geliebt wurden, weichen balladesken Schmuseeskapaden: Etwa "Brothers", ein natürlich den maskulinen Mitstreitern gewidmetes Liebeslied. Oder "Slush", das klingt wie es heißt. Auf "I Feel Better" dann Slow-Motion-Eurodance mit subtilen Streichern. Und "Alley Cats" ist eine überflüssige Imitation von Whitest Boy Alive. Mit dieser tiefen Verneigung vor der kantenlosen Populärmusik sind Hot Chip ein wenig belangloser geworden.
David Knollmann