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DEUS
Keep You Close Pias / Rough Trade
| Wie soll man Jüngeren dEUS beschreiben? Als belgische Antwort auf Radiohead? Als alle paar Jahre auftauchende 90er-Eklektiker, als Geistesverwandte von Elbow, Slut, Notwist und vielen mehr? Allein, dass es auf diesem Album auf zwei Songs ein Wiederhören mit Greg Dulli, einst bei den Afghan Whigs, gibt, zeigt wie weit die Geschichte dieser Band zurückreicht. Aber, liebe Drei-Akkord-Drescher, die alten Herren können's! Und zwar auf die Art reifer Gentlemen. Wenn etwa die meisten Bands Streicher nur als Soundfarbe einsetzen, spielen sie hier im Opener eine tragende Rolle, und was scheinbar über dem elegischen Rocksound zu liegen scheint, vereint sich zum fulminanten Schlusspunkt. Überhaupt die Arrangements, wenn sich Pianos einfach dazu schleichen und wieder verduften, nur ein kleiner Soundspritzer in einer von einem nervösen Basslauf vorangetriebenen 6/8-Nocturne, das ist souveränes Understatement! Nicht, dass diese so herbstlich düstere Platte kein opulentes Soundbesteck auffährt, ganz im Gegenteil. Aber aus vielen Soundspuren nicht einfach Bombast zu machen, das ist die Kunst. Erwachsener Ü40-Pop, ohne peinliche Note. Karl Koch
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